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Schratti`s Eckchen

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    Schratti`s Eckchen

    Ja,ich such ein Eckchen.
    Eins,wo ich "ganz" sein darf,und dennoch nicht "außen vor" bleiben brauch.
    Ein Eckchen,wo ich ausprobieren darf,wie mein Innerstes mit dem Außen in Berührung bringen zu können,ohne daß es auf beiden Seiten Schaden gibt...

    Waldschratentsprechend steh ich mit mir manchmal sehr "mitten im Wald" und seh ihn vor lauter "Bäumen" in mir drin nicht mehr.
    Aber immer hab ich Wege gesucht,mir in diesem Wald,der manchmal schon reichlich "dschungelartig" daherkam,so manchen "Pfad" eingetreten/ausgetreten.Inzwischen führen immer mehr dieser Pfade aus diesem Wald hinaus - dahin,wo andere Menschen "wohnen".Und dahin,wo es nicht so "waldmäßig" zugeht im Miteinander.

    Dennoch,nach wie vor fühl ich mich in "Dörfern und Städten und übers Land" wie ne Zugereiste...keine "Hiesige" eben,sondern "zugezogen".

    Das klingt alles so traurig,so depri...Dabei ist das gar nicht so.
    Ich sollte mal ein bissl was zu mir schreiben,auch von früher,von dem Weg,den ich gegangen bin.

    Die ersten 15 Jahre meines Lebens waren Gewalt.Wenig mehr als nichts als Gewalt.In allen ihren Formen : körperlich,sexuell,rituell,nicht zuletzt seelisch.Diese Gewalt macht mir nämlich nach wie vor zu schaffen,von den Auswirkungen der anderen Formen konnte ich mich inzwischen freischwimmen.

    "Schwimmen" ist was Wichtiges für mich : "Im Fluß sein" ist lebendig sein - und lebendig bin ich erst seit wenigen Jahren.
    "Im Fluß sein" ermöglicht Veränderung,selbst da,wo keine Hoffnung mehr war.Oder gar noch keine Möglichkeit eines Gedankens an ein "Anders",weil es immer schon war,wie es war,es kein "Vorher" gab und kein "So geht das also auch?".
    Und wenn man "im Fluß" ist,sollte man schwimmen können,sonst säuft man ab.Deshalb ist "schwimmen können" schon recht wichtig für mich.
    Auch "gegen den Strom".

    Mit Anfang 20 suchte ich mir das erste Mal Hilfe,machte Therapie.Das war mein erster Kontakt mit "übers Land".An "Dörfer" besuchen oder gar "Städte" war da noch gar nicht zu denken.
    Dort begriff ich,wie sehr "anders" ich doch war...Ich brauchte noch ne ganze Zeit,aber irgendwann gestand ich mir ein,daß mich das,was ich da erlebt hatte,"aufgespalten" hatte.Da stand sie dann im Raum,die "Diagnose" DIS...

    Ich halte nichts von Diagnosen.Ich weiß,die brauchts für ne "Verwaltung".Aber ansonsten sind sie nichts,was wirklich aussagen könnte,was da jetzt auf einen zukommt - oder besser gesagt : einem aus einem selbst entgegen.
    Sie sagen nichts drüber,wie man am besten mit sich selber umgehen kann oder sich orientieren,wo`s denn nun hingehen soll mit einem.

    Trotzdem war`s ne Erleichterung damals,und hat mir geholfen,nen Anfang mit "uns" zu finden.

    Die folgenden Jahre hatte ich ne tolle Begleitung durch eine Therapeutin,die sich selbst auch recht "jungfräulich" auf mein Viele-Sein eingelassen hat.Sie hat mich nie als "krank" oder "gestört" gesehen,sondern einfach als Mensch,der ich bin,wie ich bin.Und mit mir draufgeguckt : Was machen wir denn jetzt mit dem Ganzen?

    Und so kams,daß "wir" uns gegenseitig immer besser verstanden,nach und nach vom "Bekriegen" hinfanden,ein "Team" sein zu können.Mit allen "Quertreibern",die es ja auch in nem "Außen"-Team gibt.

    Inzwischen erlebe ich mich schon seit einigen Jahren als "ein" Ich.Wenn gleich ich auch so manches Mal merke,daß meine Birne schlichtweg anders "gestrickt" ist,als die anderer Menschen.Meine Synapsen kommunizieren manchmal auf recht seltsamen Wegen.Für mich was sehr Vertrautes,für mein Umfeld manchmal erheiternd,manchmal belastend,immer aber "interessant".
    Jetzt sind auch die meisten der schlimmen Erlebnisse bloße Erinnerungen und tyrannisieren mich nicht mehr ungefragt.

    Mein Leben ist jetzt "schön".(Ich schreibs deshalb in "...",weil mir immer wieder gesagt wird,daß andere "so" nicht leben könnten und sich dabei glücklich und zufrieden erleben.Ich habe viele Schmerzen und Einschränkungen,alleine schon aufgrund meiner körperlichen Erkrankung.)
    Ich hab inneren Frieden gefunden,der zwar natürlich nach wie vor erschüttert werden kann.Aber ich lerne immer besser,ihn mir bewahren oder wenigstens wiederfinden zu können.

    Und seit ich verstanden habe,daß es nur selten die "Umstände" sind,die mich von Lebendigkeit abhalten,sondern weitaus mehr meine Sicht darauf,bin ich unterwegs nach "mehr".
    Mir hat mit Anfang 20 mal ein Psychiater gesagt,Therapie "lohne" sich nicht bei mir,weil ich sowieso mein Leben überwiegend in Psychiatrien verbringen werde.

    Sattdessen hab ich mir trotzdem ein ganz "normales" Leben aufbauen können.Mit nem guten Beruf,ner leidlichen Karriere,anhaltenden Partnerschaften,nem festen Freundeskreis und nem gängigen sozialen Umfeld.Nur Kinder,die konnte/durfte ich aufgrund meiner körperlichen Erkrankung nicht bekommen - sonst hätte ich auch das gewagt.

    Ja ja,mein Trotz war schon immer eine meiner größten Ressourcen.

    Trotz-dem,dem,was alles geschehen war,und dem,was ich nicht "hatte" - trotz "allem" hab ich das hingekriegt.
    Und dank vieler Menschen,die auch "trotz-dem" an meiner Seite blieben und denen ich es wert war,mich "in Beziehung" haben zu wollen.
    Freunde v.a.,z.T. sehr nahe,seit Jahrzehnten jetzt schon mit mir verbunden und ich mit ihnen.Wunderschön!Und unendlich wertvoll!
    Sogar Familie.
    Inzwischen sind auch Nachbarn,Bekannte und alles "zwischen" komplett nah und komplett fern mit dabei.

    Ich bin offener,da freier im Kontakt.Nicht mehr so verletzt.Ich brauche die "vorsorgliche Abwehr" immer seltener.

    Und das macht neue Türen auf für mich.

    Momentan lebe ich ein stinknormales,für andere sehr langweiliges Rentnerleben.
    Für mich ist das DAS Ding.
    "Langweilig" hab ich mir schon immer mal gewünscht.
    Ruhe in mir.
    Ruhe um mich.
    In Ruhe meine Bahnen ziehen können.
    "Einfache" Bahnen - keine "achtspurige Autobahn" mehr in mir zu haben,wo unablässig auf allen Spuren gleichzeitig die unterschiedlichsten "Autos" unterschiedlich "schnell" unterwegs sind - in alle Richtungen gleichzeitig.

    Ich brauche viel Ruhe,denn alles,wirklich alles "zieht rein" bei mir.
    Ich kann an der Welt verzweifeln - und bin es oft genug.Unfassbar für mich,was Menschen alles tun,wozu selbst die "besten" unter ihnen tagtäglich fähig sind.Wie "nachlässig" sie sind und wie wenig die meisten davon mitbekommen,daß nicht nur die Dinge,die man in den Nachrichten hört,"grausam" sind.Sondern weit mehr...

    Menschen sind Raubtiere,hab ich früher immer gesagt,mit einem verzweifelten Unterton dabei,weil ich dieses "Raubtiersein" nicht aushielt.Diese ständige Bedrohung durch Menschen und ihrer "Oberflächlichkeit".Dieses Wissen - und das ist nach wie vor klar da - daß Menschen die abgebrühtesten Wesen sind,die es je gegeben hat...

    Ich sehs immer noch nicht anders,aber,großes Aber : Ich habe mich inzwischen ausgesöhnt damit.Auch mit meinem eigenen "Raubtiersein".
    Ich kann die Welt nicht retten,ich kann die Menschen nicht verändern,ich kann keine "Umstände" verändern und ich kann nichts,tatsächlich gar nichts bewirken.Um mich rum jedenfalls.

    Bei mir selber schon.
    Und da bin ich inzwischen.
    Wenn mich etwas ärgert,dann guck ich zuerst mal,warum mich das ärgert.Warum es mich ärgert.Warum es mich ärgert.
    Also : Wo in mir ist die entsprechende Verletzung dazu?Wie krieg ich die "versorgt"?Wie schaff ich es,dem zu vergeben,der mich verletzt hat?
    Und ich merke : Habe ich diesen Prozess geschafft zu durchlaufen,dann ärgert mich das gar nicht mehr,was mich zuvor geärgert hat.Dann kann ich es "sein" lassen.

    Deshalb bin ich jetzt in Sachen "Achtsamkeit" unterwegs.Und das war auch das Stichwort,durch das mich Google hier her gebracht hat.
    ´
    So,und jetzt muß ich mit den Hunden raus,die klemmen mir hier schon die Hinterbeine beide...

    Das "Eckchen" hier gefällt mir.
    Ich werde wohl mal öfters ein bissl "rumschrattln" hier und aus dem "Leben im Wald mit Übers-Land-Anschluß" berichten.

    #2
    Ach,ganz vergessen:
    Kommentare und "Senf" jeder Art ist mir willkommen.

    Kommentar


      #3
      Hallo Schratti,

      an dieser Stelle nachträglich noch ein herzliches Willkommen! Wie schön, dass Du hierher gefunden hast und dieser Forum bereicherst!

      Es beeindruckt mich sehr, was Du in Deinem Leben schon alles geleistet hast, wie weit Du gekommen bist, nach allem, was Du als Kind erleben musstest! Ganz besonders das (ich nenne es mal so) "Einsammeln" und Versöhnen der "Vielen", die durch Deine in jeder Hinsicht verletzenden Erfahrungen auseinandergetrieben wurden, nötigt mir eine Menge Respekt ab!

      Ich hoffe, hier noch öfter von Dir lesen zu dürfen!

      Liebe Grüße,
      Chaja

      Kommentar


        #4
        Hallo Schratti,

        ein Herzliches Willkommen auch von mir!

        Du hast schon einen weiten Weg gemacht! Der Wald selbst und die Bäume können einen ja sehr viel lernen, wenn man nur genau hinhört. Von da her hast Du Dir einen guten Platz ausgesucht.
        Ich freue mich ebenfalls, mehr zu lesen!

        Liebe Grüsse
        Serafin

        Kommentar


          #5
          Zitat von Schratti Beitrag anzeigen
          (...) bin ich jetzt in Sachen "Achtsamkeit" unterwegs (...)
          Ich auch.

          Du bist willkommen.

          Kommentar


            #6
            Hai Schratti,

            ich erlaube mir mal, in dein Eckchen reinzuschauen.

            Es freut mich zu lesen, dass Du wieder ein "Ich" erkennen kannst. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie es ist mit "Vielen" zu leben. Aber ich weiß was Abspaltung ist ... und Auflösung.
            Umso bewundernswerter Dein Lebensweg, Dein Biss und Deine Stärke.

            Du schreibst, dass Du Dich mit dem Raubtiersein ausgesöhnt hast .... auch mit deinem eigenen.
            Wie hast Du das gemacht ? Ich bin mir oft bewußt, dass ich selbst ein "Raubtier" bin/war ... angefangen als Kind - bissig z.T. brutal ... später unnahbar, selbst verletzend und selbstverletzend ... Elefant im Porzellanladen auch bewußt, egoistisch narzisstisch, abweisend. Wie kann denn freiwillig jemand Kontakt haben wollen ? Und wenn doch, dann bitte so lange treiben, bis derjenige freiwillig das Handtuch wirft - auch Professionelle. (und damit der andere auch vor mir geschützt ist)

            Diagnosen sind vielleicht das eine, aber der Mensch bleibt trotz Diagnose derselbe. Man kann sie beiseite lassen, was aber an dem Menschen nichts ändert. Also sich selbst ändern. Und trotzdem kann man jede Tat in Frage stellen und kommt dann zu dem Schluß, dass nichts besser geworden ist, man nicht weniger egoistisch ist, nicht mehr altruistisch, ...

            Dass du es dem Psychiater zeigen konntest, gefällt mir. Da gibt es Seelenklempner, das glaubt man kaum. Aber vielleicht war ja alles Berechnung .

            Grüße an euch (samt Hundis)

            das Schaf

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              #7
              Oh,schön,so willkommen geheißen zu werden!

              Mistral,darf ich fragen,was du "in Sachen Achtsamkeit" so machst?Da gibt's ja auch unterschiedliche Richtungen,so viel hab ich da inzwischen schon mitgekriegt.
              "Drin" bin ich da aber nicht,in der Materie.Ich hab mit den üblichen Körperwahrnehmungssachen angefangen und dann mein eigenes Ding mal wieder selber entwickelt.

              So ist es z.B. für mich wichtig, sehr wohl zu bewerten (nach dem ersten "wertfreien" Feststellen) - und zwar meist "neu" zu bewerten,um alten Mustern besser Herr (Frau ) werden zu können.
              Das läutet bei mir sozusagen den "Umdenkprozess" ein.

              Und erst dann geh ich hin zum Loslassen.
              Ansonsten kommt mir das eher vor wie ne Distanzierungsübung,bei der man sich etwas "unverändert" einfach nur vom Leib/der Seele/dem Geist hält.Was an anderer Stelle sehr nützlich sein kann.

              Und da ich ja an Gott glaube und ihn auch erlebe als Gegenüber,als "Du",und ne persönliche Verbindung mit ihm habe,ist er auch "immer dabei".Ich bin also auch bei den Achtsamkeitsübungen oder der Körperwahrnehmung etc. (meist) im Dialog.

              Ist aber dennoch sehr entspannt alles,weils dann meist schnell ins "Sein" driftet,und weg vom "Tun".
              Und "sein" ist für mich "aufgehen in".Am liebsten in der Lebendigkeit an sich.Da "suhl" ich mich dann regelrecht drin.

              Hallo Serafin,
              ja,das war ein weiter Weg.Und das v.a. deshalb,weil ich keine bin,die schnell was "einsieht"...
              Ich such irgendwie immer die "Essenz" von etwas.Den "wahren Kern" sozusagen.Und nur weil jemand anders sagt "Ist aber so!",geht mir das noch lange nicht ein.
              In der Richtung bin ich Kind geblieben.Ich frag immer noch andauernd "Warum?" (Der Smilie gefällt mir - wie man merkt... )

              Nur weil etwas schon ewig "so war",muß es das ja nicht auch weiterhin bleiben.Also : Warum ist etwas so,wie es "nunmal" ist?Und gibt's da nicht Alternativen?
              Recht unbequem für jemanden,der mir dann als Gegenüber erstmal aus meiner inneren Not helfen wollte/will...

              Das hab ich auch meinem Thera "mühsam" beibringen müssen : Ich will gar keine "schnellen Lösungen" oder "Hilfe" im Sinne "Jemand nimmt mir erstmal die Last ab,damit ich durchatmen und mit etwas Abstand klarer sehen kann". Das schaff ich inzwischen alleine,hab ja nun schon öfter die Erfahrung gemacht,daß mich "alte" Gefühle zwar schwemmen,aber eben nicht umbringen können.Denn die Lebensbedrohung an sich,die ist ja tatsächlich hier und jetzt vorbei.Und da dran kann ich mich "ankern",um nicht im Erleben von damals abzusaufen.
              War aber auch ein Weg,da hinzukommen...

              Mir hilft am meisten,wenn etwas,das mir bewußt wird oder anderweitig "auftaucht" in mir,dann erstmal einfach "Raum" bekommen darf.Sein darf,wie es ist.
              Und bei den Themen,die ich da mitbringe,wird das für mein Gegenüber sehr schwer...

              Aber für mich ist das die beste Art,mit "Innendrin-Gedöns" umzugehen.Weil sich dann "was Anderes" ganz von selber entwickeln kann,aus dem raus,was eh ist.
              Und nicht "draufgepfropft" von außen.

              Mich hat das schon früher ratlos stehen lassen,wenn eins meinte,all diesem Schrecklichen was Schönes,Angenehmes "entgegenzusetzen" oder "daneben" - und ich sollte mich dann DA drauf konzentrieren und das Andere "vergessen".
              Aber "vergessen" geht nunmal nicht.
              Erinnerungen sind Erinnerungen,ob angenehme,wohltuende,oder belastende,tyrannisierende,die sich aufdrängen,ob man will oder nicht.

              Getriggert wird beides laufend.Nur,die angenehmen,die nimmt man gerne mit,die fallen einem auch nicht auf als "besonders",weil sie ja guttun,schön sind.
              Verändert kriegt man die aber auch nicht so einfach.
              Wenn man nen bestimmten Duft riecht und plötzlich sich innerlich wieder bei Oma in der Küche erlebt,dann änder das mal,wenn du das nächste Mal demselben Duft begegnest.Bräuchte auch Arbeit - und nicht einfach was anderes "danebenpacken" und sich da drauf konzentrieren.

              Wie bei dem Spruch "Denk jetzt nicht an nen rosa Elefanten".

              Naja,"Hausfrauenphilosophie"...

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                #8
                Hallo Schaf,
                schön,daß du hier vorbeischaust!

                Du schreibst, dass Du Dich mit dem Raubtiersein ausgesöhnt hast .... auch mit deinem eigenen.
                Wie hast Du das gemacht ?
                Ich habs mir in erster Linie von der Natur abgeguckt.
                Ich bin Katzenfan.Eher mehr als "Fan",denn Katzen waren meine ersten Bezugspersonen.Von daher funktioniere ich im Intuitiven eher wie ne Katze denn wie ein Mensch.
                Tiere fragen nicht nach nem "Warum und wieso?".Die "sind",und zwar das,was sie sind.

                Jetzt mag ich nicht nur Katzen,sondern auch Mäuse...Gewissenskonflikt,denn ich stand oft da und hab meinen Katzen die gefangenen Mäuse wieder abgenommen und freigelassen,weil...Ich kann das einfach nicht so einfach,daß dann eins gekillt und gefressen wird,auch wenns "Futter" ist.

                Aber eigentlich müßte ich dann in der Konsequenz akzeptieren,daß die Katze verhungert...Also auch stirbt.

                Und ins Detail gedacht,dürfte ich selber dann auch kein Fleisch mehr essen.
                Aber Gemüse auch nicht mehr,denn auch das lebt...
                Steine?Machen zwar satt,aaaaaber...
                Und letztlich : Lebt nicht auch der Stein?Schließlich ist er aus "lebender Energie" entstanden...

                Die Natur oder mehr noch : die Dimension,in der wir uns bewegen,funktioniert also nicht,wenn nicht "Werden-Sein-Vergehen" sein darf.

                Im Grunde hab ich mich dann nach all diesen "Durchdenkungen" angefangen,der höheren Macht unterzuordnen,die das alles hat entstehen lassen und zu akzeptieren,daß "es ist,wie es ist".Für mich wie gesagt in "Form" von Gott,aber da hat ja auch jeder so Seins.
                Ich bin Mensch und Mensch ist Raubtier und daß unsereiner so selbsterhaltend-selbstzentriert ist,das hat entwicklungsgeschichtliche Gründe.
                Was dann wiederum beinhaltet,daß auch "Weiter-Entwicklung" möglich und ne Option ist.
                Nur,mein "altes Erbe Raubtiersein" werde ich auch dann nicht "loswerden",wenn ich diese Weiterentwicklung schaffe.
                Es bleibt sowas wie eine "Wurzel".

                Heißt also,daß ich Raubtier bin,muß nicht bestimmen,wie ich mich hier und jetzt verhalte.Oder mehr noch : Auch nicht,wie ich erlebe.Und erst recht nicht,wer ich bin,wie ich mich definiere.Ich kann sozusagen "mehr" sein als das Raubtier,das mir zugrundeliegt.

                Braucht aber erstmal ein "Überwinden",damit sich die Weiterentwicklung etablieren kann - siehe Evolution - und wenn sie sich bewährt,dann wird sie "eingebaut" als Muster ("Integriert" ist da wohl der zugehörige Fachausdruck ) - und man kann wiederum da draus ne weitere Weiterentwicklung "starten".

                So macht das für mich nen akzeptablen Sinn,denn ich weiß mich nicht mehr ausgeliefert,daß etwas so ist,wie es ist.Und kanns dadurch umso leichter annehmen,daß es so ist,wie es ist.

                Wie kann denn freiwillig jemand Kontakt haben wollen ? Und wenn doch, dann bitte so lange treiben, bis derjenige freiwillig das Handtuch wirft - auch Professionelle. (und damit der andere auch vor mir geschützt ist)
                ...und man selber sich auch schützt,nämlich vor all dem,was wehtut,wenn eins nahekommt.Weil mans dann sich nicht mehr von der Seele halten kann.
                Du schreibst ja auch,daß du "un-nah-bar" warst.
                War bei mir ähnlich...Ich kann eiskalt jemanden abservieren,regelrecht "sezieren",wenn ich will.Sarkastisch,aber alles recht subtil...Aggressiv,auch offen.War zumeist meine erstgewählte "Waffe".

                "Selbst verletzend und selbstverletzend" - ja,und das in all seinen möglichen Varianten.
                Und letztlich war es bei mir doch nix anderes als ein Um-mich-schlagen aus Überforderung,hilfloser Panik und Ausgeliefertsein.Weil ich gar keine Vorstellung davon haben konnte,daß es ein "Anders" überhaupt gab...

                Diagnosen sind vielleicht das eine, aber der Mensch bleibt trotz Diagnose derselbe.Man kann sie beiseite lassen, was aber an dem Menschen nichts ändert. Also sich selbst ändern.
                Seh ich auch so.

                Und trotzdem kann man jede Tat in Frage stellen und kommt dann zu dem Schluß, dass nichts besser geworden ist, man nicht weniger egoistisch ist, nicht mehr altruistisch, ...
                Versteh ich jetzt nicht wirklich,was du meinst.Kannst du`s mir bitte noch ein bissl ausführlicher erklären?

                Dass du es dem Psychiater zeigen konntest, gefällt mir. Da gibt es Seelenklempner, das glaubt man kaum. Aber vielleicht war ja alles Berechnung .
                Hab ich mir auch schon überlegt. Aber dazu war er zu "arschig" in seiner ganzen Art.

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                  #9
                  Zitat von Schratti Beitrag anzeigen
                  (...) Mistral,darf ich fragen,was du "in Sachen Achtsamkeit" so machst?Da gibt's ja auch unterschiedliche Richtungen,so viel hab ich da inzwischen schon mitgekriegt. (...)
                  Hallo Schratti,

                  mein ursprünglicher Einstieg war der Kauf einer Chakra-Meditations-CD vom Krabbel-Verscherbel-Billigtisch. Dadurch habe ich angefangen, mich mit Meditation zu beschäftigen und bin dann beim Buddhismus und der Buddhistischen Psychotherapie gelandet.

                  In der Buddhistischen Psychotherapie (im Buddhismus sowieso - Lehre von der Achtsamkeit) nimmt Meditation und mit ihr die Achtsamkeit eine zentrale Rolle ein. Achtsamkeit als bewusstes Wahrnehmen - mir gefällt auch das Wort `Gewahrsein´- dessen, was in mir und um mich herum ist. Ich schalte meinen Autopiloten aus und schalte meine Sinne ein.

                  Flapsig ausgedrückt: Durch Achtsamkeits-Meditation den `Ist-Zustand´ wahrnehmen, ihn annehmen wie eine Paketsendung und dann gucken, ob und was ich damit machen will.

                  Kurzum: Ich befasse mich mit Meditation und Buddhistischer Psychotherapie.

                  Kommentar


                    #10
                    Hai Schratti ,

                    vielen Dank für Dein ausführliches Schreiben. Wie geht es Dir inzwischen ? Alles ok ?


                    Zitat:
                    Dass du es dem Psychiater zeigen konntest, gefällt mir. Da gibt es Seelenklempner, das glaubt man kaum. Aber vielleicht war ja alles Berechnung .
                    Hab ich mir auch schon überlegt. Aber dazu war er zu "arschig" in seiner ganzen Art.
                    Manche denken auch, dass nur die Brechstange hilft. Da wird erstmal eingeprügelt, sämtliche Knochen gebrochen und am Ende noch angeschrien, man solle aufstehen und laufen ....
                    Das funktioniert vielleicht, wenn man eine gewisse Grenze nicht überschreitet (die Knochen vielleicht nur anbricht, oder eben nur die Arme, weil dann könnte man noch laufen oder so) ... und wenn die Beziehung so vertrauensvoll ist, dass die Beziehung so gefestigt ist ... ich weiß es nicht.

                    Zitat:
                    Und trotzdem kann man jede Tat in Frage stellen und kommt dann zu dem Schluß, dass nichts besser geworden ist, man nicht weniger egoistisch ist, nicht mehr altruistisch, ...
                    Versteh ich jetzt nicht wirklich,was du meinst.Kannst du`s mir bitte noch ein bissl ausführlicher erklären?
                    Na ja, ich war bei dem ganzen Narzissmus - Ding .... z.B. tut man etwas für andere, aber nicht altruistisch, sondern weil man sich dann selbst auch besser fühlt. Und das ist eben auch schon wieder egoistisch. Verstehst ? Und dann kommt man zu dem Schluß, dass sich eigentlich nichts geändert hat ..... so meinte ich das.

                    Trifft jetzt Deine DIS nicht wirklich, war dann auch so mein Hintergrund

                    Halt die Nase im Wind

                    dasSchaf

                    Kommentar

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